Ivonne Senn

Ach, Freiberufler sein … Sich keinem Chef mehr unterordnen, die Arbeitszeiten selber bestimmen, einfach mal einen Nachmittag frei machen, wenn die Sonne scheint oder die beste Freundin auf einen Kaffee vorbeikommt. 
So kann das selbstständige Arbeitsleben tatsächlich aussehen.
Oft tut es das aber nicht. 

Was nicht unbedingt an mangelnden Aufträgen oder Honoraren liegt, sich aber darin zeigen kann. Weil wir es an einer ganz anderen Stelle falsch angehen. Und dann zerplatzt dieser Traum wie eine Seifenblase und wir sind frustriert. Dabei gibt es ein paar simple Regeln, die dir helfen, erfolgreich in die Freiberuflichkeit zu starten – und durchzuhalten.

Heute ist Ostermontag und ich sitze seit zehn Uhr an meinem Computer und arbeite. Warum auch nicht? Das Wetter ist mau und ich habe nichts vor. Womit wir auch schon bei der ersten Regel für erfolgreiche Freiberufler sind:

Was du heute kannst besorgen …

Gerade wenn du noch am Anfang deiner Selbstständigkeit stehst und dir die Routine des Arbeitens, ohne dass dir jemand sagt, was du wann zu tun hast, fehlt, solltest du dir einen Satz merken: Arbeite immer vor, aber niemals nach. Das Schöne am freiberuflichen Dasein ist ja, dass man sich seine Arbeitszeiten frei einteilen kann. Und so ist man schnell geneigt, diese Arbeit mit einem „Ach, das kann ich auch heute Abend/morgen/am Wochenende“ machen auf später zu verschieben. Weil gerade die Sonne scheint. Die neue Lieblingsserie veröffentlicht wurde. Man nur noch mal schnell bei Facebook & Co. reinschauen will … Damit bringst du dich allerdings schneller in die Bredouille, als du Netflix sagen kannst. Arbeite lieber vor, wenn das Wetter schlecht ist, es gerade gut läuft oder du einen freien Sonn- oder Feiertag hast, um die so gewonnene Zeit später mit gutem Gewissen abzubummeln und mit etwas Schönem zu füllen, als ständig der Arbeit hinterherzuhecheln. Disziplin, Baby!

Apropos Disziplin:

Im letzten Jahr habe ich als Coach mit genau einhundert Menschen zusammengearbeitet. Es waren Frauen und Männer. Zwischen Anfang 20 und Ende 60. Freiberuflich, angestellt, mit Kindern und ohne.  Verheiratet, Single, verwitwet. Mit Schulden, gerade so über die Runden kommend, ganz gut verdienend oder mit großem Vermögen. Aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA. 

Darunter waren auch vier Klienten und Klientinnen, die mit einem ganz speziellen Problem zu mir gekommen sind.
Sie hatten geerbt.
Mittlere Summen.
Große Summen.
Und so große Summen, dass sie für den Rest ihres Lebens nicht mehr arbeiten müssten. 

Die Reaktion der meisten Leute darauf war: „Das Problem hätte ich auch gerne!“
Ich kann nur sagen: „Hättest du nicht.“

Ich hätte früher viel lieber ein Problem mit meinem Gewicht gehabt als mit Geld, denn auf Süßigkeiten und Fast Food zu verzichten ist für mich kein Problem. Und eine Freundin von mir hätte viel lieber meine Geldprobleme gehabt, als gegen ihr Übergewicht zu kämpfen, weil sie mit Geld immer gut klargekommen ist. Genau das ist die Krux an dieser Denkweise. Wenn es nicht „unser“ Problem ist, hätten wir es gerne. Aber in dem Moment wäre es dann ja unser Problem …

Und das Problem des Erbens wird in unserem Land immer größer. Wir sind laut Statistik die „Erbengeneration“. Nie zuvor wurden so viel Geld und Vermögenswerte vererbt wie im Moment. Und die meisten von uns sind nicht darauf vorbereitet. Wenn ein Mensch stirbt und uns einen Teil dessen hinterlässt, was er sich im Leben aufgebaut hat, kommt ganz viel zusammen, über das wir uns nie Gedanken gemacht haben. Denn wir reden nicht übers Sterben. Und wir reden nicht über Geld. Und nun fallen beide Dinge zusammen und machen uns komplett sprach- und hilflos. 

Wer erbt und nicht weiß, wie er damit umgehen soll, fürchtet sich oft davor, genau den obigen Spruch zu hören. Oder davor, dass die Freunde auf einmal auf Distanz gehen, weil man jetzt „ja reich“ ist und sie nur darauf warten, dass man sich verändert, um alle ihre Vorurteile gegen reiche Menschen bestätigt zu sehen. 

Also schweigen die Erben. 

„Ich will keine Prinzessin, ich will eine Königin.“.
Obwohl diese Worte eines Bekannte letzte Woche nicht auf  mich bezogen waren, ging mir danach die ganze Woche über eine Frage nicht aus dem Kopf: Wäre ich eigentlich bereit, eine Königin zu sein?

Mein Programm „Treat Your Money Like a Lover“ ist ja daraus entstanden, dass ich gute, liebevolle, dauerhafte Beziehungen zwischen zwei Menschen beobachtet und die Erkenntnisse daraus auf die Beziehung zum Geld übertragen habe. Und was das Geld angeht, würde ich durchaus sagen, dass ich inzwischen eine Königin bin. Wenn Königin sein bedeutet, dass man die Befindlichkeiten seines Landes (also mir) kennt, dass man zwar selbstbewusst und selbstständig ist, aber weiß, dass man nicht alles alleine machen kann oder muss, sondern sich Unterstützung und Beratung suchen kann, dass man durchaus auch mal Grenzen setzen und Entscheidungen treffen darf, die einem selber richtig erscheinen, ohne Rücksicht auf alle und jeden nehmen zu müssen. Ja, ich denke, wenn das eine Königin ausmacht, dann habe ich das in meiner Beziehung zum Geld gut hinbekommen.


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Was meine Klienten sagen:

"Mir Hilfe bei dir zu suchen war die beste Entscheidung, die ich in den letzten Jahren getroffen habe." - Sabrina F. (D)

"Das strukturierte Arbeiten hat mir besonders gut gefallen." - Irene W. (D)

"Wenn du mir vorher erzählt hättest, was sich in diesen vier Wochen Coaching alles für mich verändert, ich hätte es nicht geglaubt." - Michalis P. (Hamburg)