Ivonne Senn

Es ist uns peinlich, wenn wir mit unserem Geld nicht zurechtkommen, oder? Wir hätten zwar gerne jemanden, der uns rettet, der uns hilft, aber zugeben, dass wir Hilfe brauchen … Was sollen denn die Leute denken?

Also arbeiten wir weiter hart daran, die Fassade aufrechtzuerhalten. Tun so, als sei alles in Ordnung. Reden uns ein, dass es doch auch allein irgendwie zu schaffen sein muss. Wursteln uns so durch und sind es gleichzeitig so unendlich leid. Wäre es doch nur ein medizinisches Problem, dann könnte man sich Hilfe bei einem Arzt suchen. Oder ein Gewichtsproblem, dann könnte man sich Hilfe bei einem Ernährungsberater suchen. Oder irgendetwas anderes als ausgerechnet ein Problem mit Geld. Wenn das rauskommt … was sollen denn die Leute denken?

Tja, gute Frage. Was hättest du denn gerne, das die Leute von dir denken?

Schreib's einfach mal auf.

Das sollen die Leute von mir denken:

1.

2.

3.

4.

5.

Gut.

Nun schreib dazu, wie du dich verhalten müsstest, damit die Leute genau das von dir denken.

Okay, und jetzt verrate ich dir, was die Leute wirklich von dir denken:

„Darf ich euch mal was fragen?“ Ich saß mit einem Bekannten und einem Gin Tonic morgens um drei vor einem Lokal am Hans-Albers-Platz, als das Mädchen von der anderen Seite der Bierbankgarnitur uns ansprach. „Was macht ihr beruflich? Und wolltet ihr das immer schon machen?“ Sie war jung, geschätzte 20 oder 21. Und wurde von den Zweifeln befallen, die einen manchmal nachts in dem Moment, wenn man auf der Grenze zwischen angeschickert und betrunken balanciert, hinterrücks aus dem Gleichgewicht bringen. Ob sie sich richtig entschieden hatte mit dem Jurastudium, das sie nächste Woche beginnen würde. In ihrer Stimme schwang die Angst mit, für immer in diesem Beruf gefangen zu sein, selbst wenn er ihr nicht gefallen sollte. Erstickt zu werden von einer Entscheidung, die sie in einem Alter treffen musste, in dem sie doch eigentlich noch gar nichts von der Welt und von ihren eigenen Vorlieben und Talenten wusste.
Die unterschwellige Frage war: Tue ich das Richtige?
Das Richtige.

Wir streben so sehr danach, aber so, wie die meisten Menschen es sehen, so, wie es uns beigebracht wird, ist das Richtige ein unerreichbares Ideal. Wie Perfektion. Eine Unumstößlichkeit, die sich niemals ändern wird.

***

Ich habe den richtigen Studiengang gewählt.

BWL. Denn damals dachte ich, ich würde mal ganz groß im Finanzbereich rauskommen. Bis ich feststellte, dass Finanzen mir so gar nicht liegen.

Ich erinnere mich noch gut an eines meiner ersten Bewerbungsgespräche nach dem Studium. Die Agentur hatte einen hervorragenden Ruf, das Gehalt stimmte auch, aber die Vorstellungen, die mein potenzieller Chef und ich von meinen zukünftigen Aufgaben hatten, wichen sehr voneinander ab. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Solche Jobs gab es auch damals nicht in Hülle und Fülle, wäre es da nicht vermessen, das Angebot ausschlagen, nur weil die Arbeit mir nicht gefiel?

An diesem Tag gab mein Vater mir einen Rat, an den er sich inzwischen gar nicht mehr erinnern kann, den ich aber seitdem beherzige.

Das Arbeitsleben besteht aus drei Teilen:
1. Die Arbeit – die Tätigkeit, die man ausübt.
2. Das Umfeld - Kollegen, Chefs, Stimmung, Atmosphäre.
3. Das Geld – Gehalt, Zuschüsse, Beteiligungen, Boni.

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Was meine Klienten sagen:

"Mir Hilfe bei dir zu suchen war die beste Entscheidung, die ich in den letzten Jahren getroffen habe." - Sabrina F. (D)

"Das strukturierte Arbeiten hat mir besonders gut gefallen." - Irene W. (D)

"Wenn du mir vorher erzählt hättest, was sich in diesen vier Wochen Coaching alles für mich verändert, ich hätte es nicht geglaubt." - Michalis P. (Hamburg)